Abenteuer pur. Das Boot ist 30 Meter lang, 10 Meter breit. 34 Passagiere sollen hier 7 Stunden lang ausharren. Oder 8 oder 9. Der Manager, ein amerikanischer Käptn Iglo wie er besser nicht im Buche stehn könnte, versteht sein Geschäft; es gibt den ganzen Tag ein kleines Buffet, damit das Volk zutun hat. Die Sonne brennt bei wenig Wind. Am Ende der Reise plaudere ich mit Käptn Iglo und er aus dem Nähkästchen - die Jessabel, das Konkurrenzunternehmen, ist vor drei Wochen abgesoffen. An dem Tag sei er mit seinem “Joe” wieder umgekehrt, weil das Wetter einfach keine Fahrt zugelassen habe, die Kollegen hätten durchgezogen. Die Folge: die Hälfte der Passagiere wurde von einem anderen Boot gerettet, die andere Hälfte musste die Nacht auf einer kleinen Insel verbringen. Keine Personenschäden, aber alles Gepäck dahin. “They do what´s good for them and not what is good for everyone!” erklärt mir der braungebrannte Weißbart die Mentalität der Filippinos. Er habe an dem Tag viele böse, aufgebrachte Passagiere auf seinem “Joe” erlebt, aber am Folgenden seien ihm doch alle dankbar gewesen, dass er kein Gepäck oder gar Leben aufs Spiel gesetzt habe. Safety first.
In Coron habe ich einen Bungalow reserviert - endlich keinen Stress beim Einchecken. 10 Minuten mit dem Tricycle geht’s den Berg hoch. Das Gran Vista liegt mitten im Wald, idyllischer geht’s kaum. 4 Bungalows, ich habe das Gefühl, ich sei allein in der ganzen Anlage. Hängematte, Balkon, Blick übers Tal. Was will man mehr?
Nach zwei Nächten in Ruhe und Einsamkeit kommt dann tatsächlich noch Besuch. Gemeinsam ziehen wir noch mal um und jetzt ist das Paradies zum Greifen nah. Unser Bungalow ist nur mit dem Boot zu erreichen, 20 Minuten dauert die Fahrt in einer sehr besorgniserregenden Nussschale. Die geräumige Hütte steht über dem Wasser auf Stelzen, verfügt über eine schöne Terasse und eine Art Balkon. Wieder sind wir anscheinenend die einzigen Touris auf diesem Fleckchen Erde mit dem passenden Namen Cast Away.
Nach einer Party-Nacht am Strand mit Übernachtung im Sand (konnte man dazubuchen. Haben wir gemacht. Von den 40 überwiegend chinesischen anderen Gästen insgesamt sonst… ähm,… keiner.Trotzdem schön.) stand dann Entspannung auf dem Programm. Ein Tag Rollerfahren zu den heissen Quellen, ein Tag Strand und Sonne und Affe nach einer kleinen Bootstour, ein Tag Schnorcheln an richtig traumhaften Stränden. Die Nächte sind der absolute Wahnsinn, so einen Sternenhimmel mit dem Mond zum Greifen nah habe ich noch nie erlebt. Wir schlafen jede Nacht unter freiem Himmel. Zwischendurch treffen wir meine Münchner noch mal auf ein Abendessen, die tatsächlich die Überfahrt mit der Jessabel überlebt haben.
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| Final Countdown |
Am 16.02. dann geht’s morgens um halb neun mit allem Gepäck auf die Nussschale und ab dafür. Nach 38 Stunden dann wars auch schon geschafft. Kleine Insel - mit Nussschale auf die größere Insel, Busuanga - Van zum Flughafen - eine Stunde Flieger nach Manila - 8 Stunden Manila - 9 Stunden Flieger nach Doha - 8 Stunden Doha - 7einhalb Stunden Flieger nach Frankfurt. Deutscher Boden. Kalt. Grau. Aber ein bisschen Sonne zur Ankunft, außerdem Familie und ein gehöriger Jetlag.
Den Blog will ich beschliessen, indem ich mich bei allen bedanke, die mich in diesem Jahr begleitet haben. Neben all den neuen Freunden und Bekannten, die ich in OZ gemacht habe, war es auch eine großartige Erkenntnis und Erfahrung, zu merken, auf wie viele Leute ich hier in Deutschland zählen kann. Bei meiner Abschiedsparty hatte ich mich ordentlich ins Zeug gelegt, damit der Kamin aus allen Nähten platzt - die Welcome-Party lag nicht in meiner Hand und auch sie war der Knaller.
Die größte Angst auf der Reise war von Anfang an vor dem Nachhausekommen und mit dieser Party macht ihrs mir echt leichter. Danke an alle und vor allem an Phlip und Jens.
Fazit: OZ war schön, whats next...... ?




